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Lisa Machnig

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Anti-Mobbing-App exclamo gibt Schülerinnen und Schülern eine Stimme

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Sie sind jung, mutig und sie engagieren sich für eine Gesellschaft, in der alle respektvoll miteinander umgehen. Kai Lanz, Jan Wilhelm und Julius de Gruyter sind die Gründer von exclamo. Mit ihrer App wollen sie Schülerinnen und Schülern helfen, die online oder offline Mobbing erleben.

Anti-Mobbing-App exclamo gibt Schülerinnen und Schülern eine Stimme

Anti-Mobbing-App exclamo gibt Schülerinnen und Schülern eine Stimme

Die Klingel läutet – das ist der Ruf zur großen Pause. Auf dem Schulhof trifft man sich, bespricht die letzten Unterrichtsstunden oder schaltet einen Moment ab. Doch für manch einen Schüler oder eine Schülerin beginnt jetzt der Spießrutenlauf. Denn auch das ist vielerorts Alltag auf dem Schulhof: Ausgrenzung, Beleidigung, Mobbing.

2018 beschlossen Kai Lanz (19), Jan Wilhelm (18) und Julius de Gruyter (18) etwas dagegen zu tun. In dem Jahr nahmen sie am Schulwettbewerb „Business@School“ teil. „Bei dem Wettbewerb mussten wir unter anderem eine eigene Projektidee entwickeln. Da wir bei uns an der Schule sehr für das Thema Mobbing sensibilisiert wurden, war es naheliegend, in diese Richtung weiterzudenken. So kamen wir auf exclamo“, erzählt Kai Lanz, Mitgründer und CEO von exclamo.

Eine Idee macht Schule

Was in der Schulzeit begann, setzten die drei nach dem Abitur fort. Sie gründeten ein eigenes Unternehmen. Das Ergebnis: Eine App, mit der Schüler*innen internen Kontaktpersonen, sogenannten Mentor*innen, Mobbing-Fälle melden können. Und zwar solche, die auf dem Schulhof oder im Klassenraum stattfinden, ebenso wie Cybermobbing. Schließlich seien laut Kai Lanz die Übergänge hier oft fließend. „Wir wollen mit exclamo Schüler*innen eine Stimme geben und ihnen helfen, über ihre Probleme zu sprechen.“

Gerade in Schulen sei für Betroffene die Hemmschwelle, sich an jemanden zu wenden, unglaublich hoch. „Mit exclamo kann man sich auch anonym melden, wenn einem das lieber ist.“ Und die Technik spiele den Betroffenen ebenfalls in die Hände. „Die Möglichkeit, via Smartphone sein Problem mitzuteilen, ist ein großer Vorteil. Denn das kann man zu jeder Zeit, von überall – auch von zu Hause – und in aller Ruhe machen.“

Ein Konzept, das wie gerufen zu kommen scheint. „Wir haben Interviews mit Schüler*innen geführt. Und da haben über 70 Prozent gesagt, dass ihnen exclamo in einer Mobbing-Situation geholfen hätte.“

Schnell und einfach Hilfe via Chat

Erster Schritt zur Nutzung der App ist ein Lizenzvertrag zwischen der jeweiligen Schule und exclamo. Dieser kostet für Schulen mit 400 bis 1.200 Schüler*innen in der Regel zwischen 1.000 Euro und 1.500 Euro pro Jahr. Lehrkräfte, Eltern und Schüler*innen erhalten dann eine genaue Einführung in das System. Im Anschluss können sich die Schüler*innen mithilfe eines Aktivierungscodes kostenlos für die App registrieren. Gleichzeitig erstellen die Administrator*innen – das wäre zum Beispiel eine gute Rolle für die Schulleitung – die Accounts für die sogenannten Mentor*innen. Das sind die internen Kontaktpersonen, an die sich die Schüler*innen wenden können. Also zum Beispiel Sozialarbeiter*innen, Schulpsycholog*innen oder vorher speziell ausgebildete Lehrkräfte. Wer genau diese Rolle einnimmt, entscheidet jede Schule selbst.

Möchten Schüler*innen einen Mobbing-Fall melden, loggen sie sich mit ihrem Account in die App ein und eröffnen einen Chat. Dabei können sie sich aussuchen, welchen der Mentor*innen sie anschreiben wollen. Einmal am Tag erhalten die Mentor*innen per E-Mail eine Benachrichtigung über neue Nachrichten. Innerhalb von 24 Stunden sollten sie dann antworten. Aber was eigentlich?

„Generell ist es unglaublich wichtig, dass die Schüler*innen erstgenommen werden, selbst dann, wenn das beschriebene Problem auf den ersten Blick banal wirkt. Die Person und ihre Gefühle stehen im Mittelpunkt. Die konkreten Antworten und Hilfsangebote variieren dann von Fall zu Fall. Schließlich ist jede Mobbing-Situation individuell. Auch die soziale Struktur der Schule oder Klasse kann beispielsweise eine Rolle spielen. Zur ersten Orientierung bieten wir den Mentor*innen in der App einige Tipps und eine Checkliste zum Umgang mit Mobbing-Fällen. Wir empfehlen außerdem immer die Berlin Brandenburger Anti-Mobbing-Fibel. Dort finden sich weitere wertvolle Ratschläge. So können Mentor*innen etwa eine Klassenmediation anstoßen, Gespräche in verschiedenen Konstellationen führen oder den Täter*innen Versöhnungsmechaniken vorschlagen, um damit auf die Betroffenen zuzugehen.“

In besonders akuten Fällen können die Schüler*innen auch externe Ansprechpartner*innen über die App kontaktieren. So sind dort unter anderem krisenchat.de, Nummer gegen Kummer, Juuuport oder die Telefonseelsorge hinterlegt.

Gemeinsame Vision

Mobbing im Allgemeinen und Cybermobbing im Speziellen ist Kai Lanz und seinen Mitgründern eine Herzensangelegenheit. Vergangenes Jahr haben er und Julius de Gruyter an einem Panel zum Thema teilgenommen – und sind dort erstmals mit der Telekom zusammengekommen.

„Über die Kampagne #GEGENHASSIMNETZ sind wir dann wieder in Kontakt gekommen. Die Art, wie sich die Telekom engagiert und auch der Spot, hat uns sehr beeindruckt. Wir haben gesehen, dass wir eine Vision teilen. So ist in relativ kurzer Zeit eine Partnerschaft entstanden.“ Und Partner sind wichtig. Denn Kai Lanz und seine beiden Mitstreiter haben noch einiges vor. Ihr großer Wunsch ist, möglichst an jeder Schule helfen zu können – und Cybermobbing mehr und mehr aus dem Alltag von Schüler*innen zu verbannen.

exclamo – Das Wichtigste auf einen Blick

  • Schul-Software (Webapp), um Mobbingfälle zu melden
  • Läuft über Lizenzvertrag
  • Kosten pro Jahr: zwischen 1.000 € und1.500 € (Nutzung für Schüler*innen kostenlos)
  • Verschlüsselte Kommunikation (AES-256 Verschlüsselung)
  • DGSVO-konform
  • Server in Deutschland
  • Leichte und kurzfristige Implementierung an Schulen (ca. 30 Minuten Einrichtungsaufwand)
  • Lässt sich an jeder Schule einrichten
  • Bietet Materialien zu verschiedenen Themen (Mobbing, Hass im Netz etc.)
  • Kontaktaufnahme externer Partnerorganisationen möglich (krisenchat.de, Nummer gegen Kummer, Juuuport, Telefonseelsorge)
  • Hier finden Lehrende, Schulleiter*innen und Eltern weitere Informationen 
Lena

Gegen Hass im Netz

Die Telekom kämpft für ein Netz ohne Hass, in dem alle respektvoll miteinander umgehen.

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