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Sandra Rohrbach

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Neue Podcast-Folgen zu Digitalpolitik – Wie gerecht ist „Fair Share“ beim Netzausbau?

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Fair Share

Podcast: Fair Share - die neue CO2-Abgabe fürs Netz

Auch in diesem Jahr gibt es wieder viel Digitalpolitik im Telekom-Netz-Podcast. Monatlich kommt eine Expert*in zu aktuellen netzpolitischen Debatten zu Wort. Den Anfang im Jahr 2022 macht Dr. Miguel Vidal mit dem Thema „Fair Share“. Der Telekom-Experte für Netzausbau und Politik fordert mehr Diskussion darüber, wie große Internet-Unternehmen sich am Netzausbau beteiligen sollten. Denn seiner Meinung nach ist „Fair Share“ auch gut für den Klimaschutz. „Breitband-Anbieter und Inhalte-Anbieter müssen in Zukunft auf Augenhöhe miteinander verhandeln können, damit der Datenverbrauch nicht ins Unermessliche steigt.“

Miguel Vidal

„Fair Share ist ein gutes Instrument für faire Kostenteilung und mehr Nachhaltigkeit beim Bau und Betrieb von Netzen“, erklärt Telekom-Experte Miguel Vidal. © DTAG

„Fair Share“ - Weltweit in der Diskussion

In der Netzgemeinde ist „Fair Share“ bereits ein geflügeltes Wort und steht stellvertretend für eine Debatte, die derzeit nicht nur in Deutschland, sondern auch in Europa, in den Staaten oder in Asien intensiv geführt wird. Mit „Fair Share“ ist gemeint, dass große Unternehmen, die die Breitbandnetze für ihre Inhalte in Anspruch nehmen, sich an den Kosten für den Bau und Betrieb dieser Netze beteiligen sollten. „Fair Share“ steht gleichzeitig für das Konzept, Tech-Konzerne wie Meta, Google, Amazon, Netflix, Apple und Co in die Verantwortung zu nehmen, auch um den CO2-Fußabdruck der Digitalbranche nicht übermäßig steigen zu lassen. So heißt es beispielsweise in einem jüngst erschienenen Erklärungsentwurf der EU zu digitalen Rechten und Grundsätzen, dass angemessene Rahmenbedingungen geschaffen werden sollten, „damit alle Marktteilnehmer, die vom digitalen Wandel profitieren, auch ihrer sozialen Verantwortung gerecht werden und zum Vorteil aller Europäerinnen und Europäer einen fairen und verhältnismäßigen Beitrag zu den Kosten öffentlicher Güter, Dienstleistungen und Infrastrukturen leisten.“ 

„Im Maschinenraum des Internets kommen 80 Prozent des Datenverkehrs vom Entertainment. Sie entstehen durch Video Streaming, Social Media oder Gaming“, erläutert Vidal. „Die hohen Datenmengen treiben den Energieverbrauch in die Höhe erfordern gleichzeitig hohe Investitionen in die Netze.“ Kurz gesagt: Mit „Fair Share“ würde erstens das Prinzip „faire Kostenteilung“ beim Bau der Netze eingeführt, und zweitens das Ziel „Nachhaltigkeit“, weil auf diese Weise bei den Unternehmen zusätzliche Anreize entstehen würden, Netze und Rechenzentren möglichst energieeffizient zu betreiben, so die Überlegungen der Fachleute.

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Verursacherprinzip stärkt den Verbraucher

Der Wunsch nach mehr „Fair Share“ seitens der Telekommunikationsunternehmen löst allerdings Bedenken bei Verbraucherschützern aus. Denn Kund:innen zahlen bereits für ihre Internetleitung und wollen von den Dienste-Anbietern nicht zusätzlich belastet werden, sollten diese ihre Mehr-Kosten an den Privatkunden weiterreichen. Diese Sorge teilt Netzausbau-Experte Miguel Vidal nicht. Im Gegenteil, Verbraucher würden laut aktuellen Studien davon profitieren, wenn sich die Tech-Konzerne an den Kosten des Netzausbaus beteiligen würden: „Es sind Milliarden-Investitionen für die Netze erforderlich, in Glasfaser, in 5G, in die Versorgung des ländlichen Raums. Wenn die Preise für Breitbandanschlüsse erschwinglich bleiben sollen, ist es für den Verbraucher am besten, wenn Kapazitätserweiterungen in den Kernnetzen von den Internet-Unternehmen mitfinanziert werden.“ 

Um was es in der weltweiten Debatte um „Fair Share“ noch geht, erfahrt ihr in unserem neuen Digitalpolitik Podcast.

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