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Adrian Sanchez

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Ein Haupstadtgigant, gebaut auf Sand

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368 Meter Höhe, 986 Stufen und 1,2 Millionen Besucher pro Jahr: Der Berliner Fernsehturm ist ein Bauwerk der Superlative. Schon seit 50 Jahren ist der Turm nicht nur ein wichtiger Funkstandort für die Region, sondern auch das wohl prägendste Wahrzeichen der Stadt. In der ersten Ausgabe unserer telegraphen-Reihe im neuen Jahr gab es auf knapp 250 Metern Höhe exklusive Einblicke hinter die Kulissen des höchsten Bauwerks Deutschlands - und atemberaubende Ausblicke über die Dächer der Hauptstadt.

Warum steht der Fernsehturm ausgerechnet am Alexanderplatz? Welche Funktion hat er heute noch? Und wie oft wird die Turmkugel eigentlich geputzt? Antworten auf Fragen wie diese sowie diverse Kuriositäten aus der schillernden Geschichte des Bauwerks gab es von „Turmchef“ Thorsten Brinkmann. Denn er kennt den Fernsehturm wie kaum ein anderer. Seit über 25 Jahren ist er Objektmanager bei der Deutschen Funkturm GmbH. Das Telekom Tochterunternehmen betreibt 30.000 Funkstandorte in Deutschland. Doch wie Brinkmann gleich zu Beginn des Abends betonte: „Der Berliner Fernsehturm ist mit Abstand der größte und schönste Standort“. 

Vom schlichten Industriefunkturm zum DDR-Prestigebau

Dabei hätte der zunächst als schlichter Industriefunkturm und nur 130 Meter hoch geplante Turm seinen Platz ursprünglich an einem ganz anderen Ort finden sollen: Auf den Müggelbergen am östlichen Rand Berlins. Weil sich dieser Standort in der Einflugschneise des Flughafen Schönefelds befand, wurden die Pläne verworfen. Eine Alternative musste her. Als eine der wenigen Alternativstandorte kam der Alexanderplatz ins Spiel, weil der Boden dort besonders hoch verdichtet ist. Und so kam es schließlich zu dem heutigen Standort im Zentrum Ostberlins. An dem Ort, an dem ursprünglich der Bau eines SED-Parteigebäude geplant war, sollte nun nach dem Willen der DDR-Regierung ein „aufgehübschter“ Fernsehturm erbaut werden, berichtete Brinkmann.

1965 startete der Bau – kurioserweise zunächst noch ohne offizielle Baugenehmigung. Thorsten Brinkmann erklärte, dass zu Baubeginn außerdem noch unklar war, wie die obere Form aussehen würde. Daher wurden in die Statik im unteren Turmbereich viele „Reserven“ eingeplant. Für Verwunderung unter den Teilnehmern sorgte die Tatsache, dass der Turm nicht etwa auf einer festen Bodenplatte aus Felsen oder Granit gebaut ist. Denn wie Objektmanager Brinkmann anmerkte, ist der Fernsehturm „im Prinzip auf Sand gebaut“. Das Fundament ragt dabei gerade einmal fünf Meter in die Tiefe – und dennoch trägt es die insgesamt rund 5000 Tonnen Stahl und 6000 Tonnen Beton, die im Turm verbaut sind. Neben Wissenswertem zur Turmkonstruktion, zeigte das telegraphen-Publikum auch Interesse an ganz pragmatischen Fragen, wie etwa die Frage danach, wie oft die Oberfläche der Kugel gereinigt werde. Brinkmanns Antwort „Eigentlich so gut wie gar nicht.“, sorgte für Erheiterung unter den Gästen. Er erläuterte, dass die Luftqualität entgegen der allgemeinen Annahme in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen habe. Im Vergleich zu 1990 betragen die Schwefelwerte in der Luft nur noch ein Zehntel, daher reicht ein Fensterputz ungefähr alle zehn Jahre.

Blick auf die Zukunft: Beste Aussichten

Auf die Frage, ob der Turm auch in weiteren 50 Jahren noch stehen würde, zeigt sich Thorsten Brinkmann zuversichtlich, denn „Wir haben eine wichtige technische Bedeutung!“. Derzeit sendet der Turm mit seinem 118 Meter hohen rot-weiß-gestreiften Antennenmast das Signal für etwa 30 DVBT-Programme und rund 80 weitere Sender für analoges und digitales Radio. Das macht den Fernsehturm zu einem der wichtigsten Funkstandorte in Deutschland. Doch bei aller Zuversicht räumt der Funkturmexperte auch ein, es sei ungewiss, wie sich der Mobilfunk entwickelt und inwieweit man in Zukunft auf die terrestrische Verbreitung angewiesen ist. Was es auch in 50 Jahren sicher geben wird, sei ein Restaurant und die Aussichtsetage, da ist sich Brinkmann sicher. Denn den Bedarf nach einer Aussicht über die Stadt wird es auch in Zukunft weiterhin geben. Und genau diese konnten die telegraphen-Gäste nach dem Vortrag genießen. Denn neben der Begehung von Technikräumen und dem Aufzugschacht im Turminneren, durften die Teilnehmer im Rahmen der Sonderführung ihre Blicke in 246 Metern Höhe – 20 Meter über der öffentlichen Aussichtsplattform - über den Berliner Abendhimmel schweifen lassen.

Screenshot aus Instagram

Der Berliner Instagrammer Marcello Zerletti teilte fotografischen Impressionen der Spezialausgabe der tlounge und nahm die Telekom-Follower bei seinem Instagram Takeover mit auf den Fernsehturm.

Unter den Gästen befand sich auch ein weiterer Berliner Gigant: Der Fotograf Marcello Zerletti, mit 75.000 Abonnenten einer der reichweitenstärksten Berliner Instagrammer, begleitete das Event im Rahmen eines Instatakeovers. Seine Impressionen des Abends gibt es hier zu sehen.

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