Konzern

Leonard Dahmen

2 Kommentare

Diese 5G Frequenzen nutzt die Telekom in Deutschland

  • Teilen
    2 Klicks für mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie können Ihre Empfehlung senden. Schon beim Aktivieren werden Daten an Dritte übertragen.
  • Drucken
  • Text vorlesen

2019 hat die Telekom ihre 5G Frequenzen für 2,17 Milliarden Euro ersteigert. Kaum mehr als anderthalb Jahre später können 66 Millionen Menschen in Deutschland mit 5G surfen. Lesen Sie jetzt auf welchen 5G Frequenzen die Telekom funkt.

Welche 5G Frequenzen setzt die Telekom in Deutschland ein?

Für den neusten Mobilfunk-Standard nutzt die Telekom in Deutschland zwei 5G Frequenzbänder. Eines der Bänder liegt im Bereich von 3,6 Gigahertz (GHz). Das zweite funkt auf der 2,1 GHz-Frequenz. Welches Frequenzband die Telekom wo einsetzt hängt mit physikalischen Bedingungen zusammen. Die langwelligen 2,1 GHz-Frequenzen eignen sich gut, um die Fläche zu versorgen. 5G auf der höheren 3,6 GHz-Frequenz setzt die Telekom in dicht besiedelten Regionen ein: Wo viele Funkmasten stehen, spielen die kurzwelligen 3,6 GHz-Frequenzen ihre Vorteile aus. Das physikalische Gesetz dahinter? Je größer die Wellenlänge, desto größer die 5G Reichweite.

Der duale Ausbau lohnt sich. Er ermöglicht, dass die Telekom kleine Städte schnell ans 5G Netz anschließt. Gleichzeitig setzt die Telekom die spezifischen Anforderungen für 5G in Großstädten um: Auf der 3,6 GHz Frequenz nutzt die Telekom 90 MHz Spektrum für 5G. Das ermöglicht einen höheren Datendurchsatz, verglichen mit der 2,1 GHz-Frequenz. Das breitere Spektrum steigert Kapazität und Geschwindigkeit. Deshalb hat die Telekom ihr Highspeed 5G zum Beispiel in die Allianz Arena nach München gebracht.

5G für alle

Schon heute können 80 Prozent der Bevölkerung 5G nutzen. Download (jpg, 1.4 MB)

Die 5G Frequenzen der Telekom ergänzen sich

Im 2,1 GHz-Frequenzband stehen 15 MHz an Bandbreite für 5G parat. Dieses Frequenzband war bis jetzt dem UMTS-Standard vorbehalten. UMTS steht für „Universal Mobile Telecommunications System“. Damit beschreibt UMTS den dritten Mobilfunk-Standard, kurz 3G. Dieses Band widmet die Telekom mit sogenanntem Refarming in LTE / 4G und 5G.

Das funktioniert so: Techniker*innen wechseln ein Modul im Betriebsraum der Mobilfunk-Anlagen aus und aktualisieren die Software. Die Antennen müssen sie nicht austauschen. Bis Mitte dieses Jahres funken alle UMTS-Standorte auch in 5G oder 4G. Das ist sinnvoll, weil die neuen Mobilfunk-Standards viele Vorteile bieten. Zum Beispiel kann ein Mobilfunk-Anbieter mehrere Kund*innen gleichzeitig und schneller versorgen. Das 2G Netz bleibt übrigens zur Sicherheit bestehen.

Wie hängen 5G und 4G zusammen?

Der fünfte Mobilfunk-Standard braucht noch seinen Vorgänger. Das 5G Netz basiert aktuell auf der 4G Architektur. Es handelt sich um ein Non-Standalone (NSA) Netz. Für die Zukunft plant die Telekom ein eigenständiges 5G Netz. Diese Netzvariante heißt Standalone (SA). Die erste 5G SA Antenne hat die Telekom bereits in Betrieb genommen. Im März glückte damit der erste 5G SA Video-Anruf.

Mit Hilfe von Dynamic Spectrum Sharing (kurz: DSS) betreibt die Telekom zwei Mobilfunk-Standards aus einer Antenne. Dabei funken die Antennen variabel in LTE / 4G oder 5G. Das vorhandene Spektrum setzen sie nach Bedarf frei. Wählen sich Nutzer*innen mit 5G ein, surfen diese mit 5G. Unterstützt das Smartphone nur 4G, stellt die Antenne eine 4G Verbindung her. Der Vorteil hier: Für LTE-Nutzer*innnen steht durch DSS zusätzliches Frequenz-Spektrum bereit. Auch sie erzielen daher höhere Datenkapazitäten und eine höhere Geschwindigkeit.

Was sind Ankerfrequenzen?

Ankerfrequenzen ermöglichen, dass eine 5G SA Verbindung zustande kommt. Dabei kommt 4G zum Einsatz. Mit einer LTE-Frequenz als Anker zieht sich die 5G Anfrage ins Basisnetz. Für das Netz der Telekom bedeutet das: Die Frequenzen 800, 900 und 1.800 MHz bilden zum Beispiel je einen Anker. Dieser Anker funktioniert für die 2,1 GHz 5G Frequenz. Die 1.800 MHz-Frequenz und die 2.600 MHz-Frequenz fungieren außerdem als Anker für das schnelle 5G mit 3,6 GHz. Prinzipiell kann jede LTE-Frequenz als Anker dienen. Die Telekom führt daher schrittweise weitere Ankerfrequenzen ein.

Viele neue Smartphones unterstützen mittlerweile alle Ankerbänder. Das gilt für alle, die in Telekom Tarifen erhältlich sind. Bis Ende 2020 war das noch nicht Fall. Unter anderem fordern nah beieinander liegende Frequenzen die Technologie heraus: Nur wenige Smartphones beherrschten bisher zum Beispiel die 1.800 MHz-Frequenz als Anker für 5G mit 2,1 GHz. Hier hilft eine weitere Technologie: Das sogenannte Inter-Site-Anchoring.

Das 5G Netz der Telekom wächst schnell

Mittlerweile können in Deutschland 80 Prozent der Bevölkerung 5G nutzen. Das 5G Netz der Telekom wächst in hohem Tempo, auch dank DSS. Die Telekom versorgt rund 5000 Städte und Gemeinden mit 5G. Dafür haben die TechnikerInnen circa 50.000 Antennen für 5G verbessert und ausgebaut. Die meisten davon funken auf der 2,1 GHz-Frequenz. So versorgt die Telekom zum Beispiel auch Helgoland und die Zugspitze mit 5G.

Sehr schnelles 5G auf der 3,6 GHz-Frequenz bietet die Telekom in Großstädten an. Hier erreichen AnwenderInnen eine Geschwindigkeit von bis zu 1 Gigabit pro Sekunde. 1000 neue Antennen verteilt auf das gesamte Bundesgebiet sorgen für mehr Geschwindigkeit. Auf der 3,6 GHz 5G Frequenz funkt die Telekom bereits in über 30 Städten (Stand März 2021). Zum Beispiel in München, Hamburg oder Berlin. Auch viele Städte im Ruhrgebiet sind schon bereit für 5G.

Welche 5G Frequenzen haben Mobilfunk-Anbieter in Deutschland ersteigert?

Es gibt nur bestimmte Frequenzen, die sich für Mobilfunk eignen. Dies ist physikalisch bedingt. Das macht es notwendig, den Einsatz von Funkspektrum zu ordnen. Diese Aufgabe übernimmt in Deutschland die Bundesnetzagentur. Sie steuert die Vergabe von Funkspektrum, indem sie Rechte für die Nutzung in Auktionen für eine Zeitspanne versteigert.

Ab dem 19. März 2019 kamen die jetzt eingesetzten 5G Frequenzen unter den Hammer. Dabei ging es um die Bereiche von 3,4 bis 3,7 GHz sowie um die Frequenzen im 2,1 GHz-Band. Die Auktion endete erst am 12. Juni desselben Jahres – nach 497 Runden! Am 2. August 2019 teilte die Bundesnetzagentur dann ihre Entscheidung mit.

An der Versteigerung beteiligten sich neben der Telekom weitere Mobilfunk-Anbieter. Mit dabei waren Vodafone, Telefonica Deutschland und Drillisch (United-Internet). Für 2,17 Milliarden Euro hat sich die Telekom vier Frequenzblöcke im 2,1 GHz-Band gesichert. Neun Frequenz-Abschnitte im Bereich 3,6 GHz komplettieren das Paket. Die Nutzungsrechte hat die Telekom bis 2040 inne.

Die Frequenz-Zuteilung ist reguliert. Dafür verantwortlich ist die Bundesnetzagentur. Sie teilt Frequenzen zweckorientiert und auf Basis des sogenannten Frequenzplans der Bundesregierung zu. Die Vergabeverfahren müssen nachvollziehbar und objektiv sein.

Ein wichtiger Stichtag in näherer Zukunft ist zum Beispiel der 31. Dezember 2025. An diesem Datum laufen die Nutzungsrechte für die Frequenzbänder 800 MHz, 1,8 GHz (drei Frequenzblöcke) aus. Ebenfalls enden die für die 2,6 GHz-Frequenz.

Alle Infos zum Ausbau finden Sie hier: https://www.telekom.de/netz/mobilfunk-netzausbau

5G

5G

Das unterscheidet den neuen Kommunikationsstandard von vorherigen Mobilfunkgenerationen.

FAQ