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Sandra Rohrbach

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Nur Bauen macht Mobilfunk besser – National Roaming ist Mogelpackung

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Bis 2025 gibt es für 99 Prozent der Bevölkerung 5G. Was hinter diesen Zahlen steckt: Bauarbeiter buddeln für Glasfaserleitungen, Techniker ziehen neue Mobilfunkmasten hoch oder rüsten Antennen mit moderner Technik aus.

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Es führt einfach kein Weg daran vorbei: Nur wer baut, macht den Mobilfunk in Deutschland besser. Nur so kommen die letzten Funklöcher auf dem Land weg. Kurzum: Netzbetreiber sein heißt Netze bauen. Diese Regel gilt auch für Neueinsteiger im Markt. Jetzt aber hat der Mobilfunkanbieter 1&1 Drillisch die Bundesnetzagentur angerufen, weil sie bei ihren „National Roaming Verhandlungen“ angeblich nicht weiterkommen. Das Unternehmen aus Montabaur will offenbar den Zugang zu fremden Netzen erzwingen. Ein schlechtes Signal für den Mobilfunkausbau in Deutschland. Nur die Netze von anderen mieten und selbst nicht zur Schippe greifen, bringt kein Breitband in die Fläche. Für den Netzausbau ist National Roaming eine Mogelpackung.

Einfach erklärt: National Roaming

Mit National Roaming oder nationalem Roaming ist die Mitnutzung eines nationalen Mobilfunknetzes durch einen anderen Netzbetreiber gemeint, der über kein flächendeckendes Netz verfügt. Wo dessen Netz nicht zur Verfügung steht, können Kunden dieses Anbieters das Netz eines anderen Mobilfunkanbieters nutzen. Dieses technische Prinzip kennt man vom Roaming im Ausland. Wird vom nationalen Roaming oder National Roaming gesprochen, geht es darum, eine ähnliche Vorgehensweise auch innerhalb Deutschlands anzuwenden. 

Nur Ausbau schließt Funklöcher

Vereinbarungen über National Roaming auf freiwilliger Basis gab es im deutschen Markt bereits. Nun aber werden Forderungen laut, die etablierten Netzbetreiber zu National Roaming zu verpflichten. Insbesondere der Neueinsteiger der letzten Frequenzauktion ruft nach einer staatlichen Regulierung durch die Bundenetzagentur, da er die von den etablierten Netzbetreibern angebotenen National Roaming-Bedingungen für unzureichend hält. Aus Sicht der Telekom ist das ein riskantes Spiel. Denn wenn National Roaming ein Ersatz für den eigenen Netzausbau wird, dann wird Deutschland ein Bärendienst erwiesen. Benötigt werden schließlich nicht vollere Netze, sondern mehr Kapazität und bessere Qualität. Da hilft nur Investition in Infrastruktur. Die Befürchtung: Mit National Roaming wird kein neuer Funkmast gebaut und kein einziges Funkloch in Deutschland geschlossen. 

Die Erklärung dafür ist einfach: Würde die Mitnutzung des eigenen Mobilfunknetzes durch einen anderen Anbieter zu regulierten Preisen und Konditionen angeordnet, würden die Unternehmen geschwächt, die tatsächlich Netze ausbauen. Investitionen in Infrastruktur, etwa auf dem Land, würden durch Roaming dauerhaft unattraktiv gemacht. So baut kein Unternehmen teure neue Standorte in dünn besiedelten Gegenden, wenn ein Konkurrent diese selbstverständlich zu regulierten Konditionen mitnutzen kann. 

Damit Funklöcher in Deutschland schneller geschlossen werden, gibt es übrigens bereits eine Vielzahl an freiwilligen Kooperationen in der Mobilfunkbranche. Gemeinsam wollen Netzbetreiber Gebiete, in denen es bislang gar keinen Mobilfunk oder nur von einem einzigen Anbieter Mobilfunk gibt, besser versorgen. So plant die Telekom zum Schließen weißer und grauer Flecken beispielsweise Kooperationen mit Vodafone und Telefónica. Diese Kooperationen sind auch für weitere Akteure offen.  Es gilt: Für jeden Netzanbieter müssen sich die teuren Investitionen in das eigene Netz lohnen. Der Bau eines einzigen Mobilfunkmastes kostet allein rund 200.000 Euro. 

Arbeiten an einem Mobilfunkmast.

Funklochjäger

Die Deutsche Telekom AG hilft Funklöcher stopfen.

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