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Klaus vom Hofe

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Hilfe für taube Geflüchtete: Ein Tweet und seine Geschichte

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„Vielen Dank an die Telekom und Christian Ebmeyer für die schnelle und unbürokratische Unterstützung tauber Geflüchteter mit 500 SIM-Karten“ twitterte der Gehörlosen-Bund am 10. März. Ich wollte mehr erfahren und habe mich mit Christian Ebmeyer verabredet.

Screenshot eines Tweets

Ein Tweet des Gehörlosen-Bundes lenkte die Aufmerksamkeit auch auf taube Geflüchtete.

Bei uns in der Unternehmenskommunikation drehen sich natürlich aktuell viele Themen um die Folgen des schrecklichen Angriffskriegs. Und ich komme mir seltsam vor, vom warmen Schreibtisch in Bonn über Dinge zu schreiben, die sich kaum in Worte fassen lassen. Von vielen Kolleg*innen im In- und Ausland weiß ich, dass sie derzeit helfen, wo sie können. Das imponiert mir sehr.

„Da müssen wir was tun“

Einer von ihnen ist Christian Ebmeyer in Hamburg. Er ist taub und Gebärdensprachler. Damit wir uns verstehen, übersetzt eine Gebärdensprachdolmetscherin, die an unserem Telefonat teilnimmt. Das klappt sehr gut. Er erzählt mir, wie er kurzfristig 500 SIM-Karten der Telekom an die Gehörlosenhilfe vermittelte. Dass die Karten nun über die Landesverbände des Vereins verteilt werden. „Es war mein erster Gedanke, als ich von den Flüchtenden erfuhr: Da müssen wir etwas tun“, sagt er. „Ich freue mich, dass unser Unternehmen so ein tolles Angebot macht.“ 

Porträt von Christian Ebmeyer

Christian Ebmeyer

Die Vorstellung, ohne Gehör flüchten zu müssen, gefährliche Geräusche wie Schüsse gar nicht mitzubekommen, übersteigt meine Vorstellungskraft nochmal. Wie orientiert man sich? Wie bleibt man in Kontakt mit Helfenden? Welche große Rolle die Handys dabei spielen, liegt auf der Hand. „Darüber läuft der ganze Kontakt via soziale Medien wie zum Beispiel Instagram und genauso via Messenger-Dienste wie Whatsapp, Signal und Telegram“, sagt Christian Ebmeyer. „Es werden vielfach die Nummern ausgetauscht, auch die von den neuen SIM-Karten. Die Helfernetzwerke sehen zu, dass sie mit den Betroffenen in Kontakt bleiben. Die Gehörlosenverbände helfen, wo sie können.“ 

Schneller Infofluss wichtig 

Die gelbe Weste signalisiert den Ankommenden: Ich beherrsche die ukrainische oder russische Gebärdensprache.

Die gelbe Weste signalisiert den Ankommenden: Ich beherrsche die ukrainische oder russische Gebärdensprache.

Christian Ebmeyer arbeitet in Hamburg ehrenamtlich beim Deutschen Gehörlosen-Bund e.V. Er hat auch in seinem Job im Telekom-Bereich „Kooperationsentwicklung Verbände“ damit zu tun. Als Vertriebler - er arbeitete in seiner Laufbahn auch schon im Telekom Shop - betreut er Rahmenverträge für kleinere und mittlere Unternehmen. Auch für den Gehörlosen-Bund. Er ist darüber hinaus sehr gut vernetzt mit vielen anderen Initiativen, etwa „Deaf Refugees“ („Taube Geflüchtete“) in Hamburg. Und selbst mit welchen im Ausland, sogar in der Ukraine. Dank seines Engagements bewegt er sehr viel. Er weiß, dass einige flüchtende Hörbehinderte auch in Polen schon SIM-Karten bekommen. Doch spätestens nach der deutsch-polnischen Grenze brauchen sie neue. Letztlich kommt es hier auf einen besonders schnellen und guten Infofluss an. Zum Glück, so sagt er, gibt es an vielen Aufnahmestellen Helfer*innen, die die ukrainische oder russische Gebärdensprache beherrschen. Für den Gehörlosen-Bund seien die SIM-Karten auch ein Mittel, um auch in Zukunft mit den Ankömmlingen vernetzt zu bleiben. Die Landesverbände organisieren regelmäßige Treffen oder Veranstaltungen wie zum Beispiel auch Fußballspiele. Das Netzwerk "Deaf Refugees DE" hilft mit der Homepage www.deafrefugees.de und in sozialen Medien Geflüchteten, die sich in ukrainischer bzw. russischer Gebärdensprache mehr informieren möchten. „Ich bin froh, dass ich dabei unterstützen kann“, sagt Christian Ebmeyer.

Hilfe für die Ukraine

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Die Deutsche Telekom ist entsetzt über den russischen Überfall auf die Ukraine. Unsere Solidarität gilt den Menschen in der Ukraine.

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