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Frank Leibiger

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Die "Dinos" sind zurück

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Sie sind groß, sie sind schwer, und totgesagt sowieso schon lange. Aber es gibt sie immer noch, die Dinosaurier der IT: Mainframe-Computer. Bei T-Systems sehen wir sogar eine steigende Nachfrage unserer Kunden. Strohfeuer oder nachhaltiger Trend? Ich habe drei unserer Mainframe-Experten, Dirk Kullmann, Lénárd Szucs und Dieter Kölbl, nach den Zukunftschancen der Technologie gefragt. 

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Sie sind groß, sie sind schwer, und totgesagt sowieso schon lange. Aber es gibt sie immer noch, die Dinosaurier der IT: Mainframe-Computer. 

„Dinos“, „Totgesagte“… zugegeben, journalistisch ist das ein Griff in die Mottenkiste. Ist doch was dran oder nervt’s?

Lénárd Szucs: Mich nervt es (lacht). Die Plattform ist keineswegs veraltet. Was Kunden damit machen steht natürlich auf einem anderen Blatt.  Haben sie veraltete Legacy-Systeme, haben sie Probleme. Das stimmt. Investieren in Neues ist zwingend notwendig. Aber das gilt nicht nur für Großrechner.

Dirk Kullmann: Früher war „Modernisieren“ gleichzusetzen mit dem Ablösen der Maschinen. Ab in die Cloud. Heute ist das natürlich auch noch ein Weg. Die anderen: Das Modernisieren der Applikationen oder das Optimieren von Umgebungen, auch um preisgünstigere Lösungen zu erzielen. Das sind zwei echte Alternativen.  

T-Systems investiert in eine neue Generation von Mainframe-Spezialisten. Wie kam es dazu?

Lénárd Szucs:  Über 50 Prozent der derzeitigen Mainframe-Spezialisten und Experten werden in den nächsten Jahren in den Ruhestand gehen. Da geht viel Know-how verloren. Deshalb tun wir mehr für die Ausbildung.  Es gibt zwei Initiativen: das zMaster-Programm in Deutschland und das Mainframe Structured Development-Programm in Ungarn. 

Warum sind „Mainframe“ und „Innovation“ aus Eurer Sicht kein Widerspruch? 

Dirk Kullmann: Weil wir eine innovative und nachhaltige Weiterentwicklung der Großrechner in Richtung Cloud und DevOps vorantreiben.

Dieter Kölbl: Es gibt eine neue Mainframe-Referenzarchitektur mit Java als Leitsprache und z/Linux als Betriebssystem. Alte Software wird teils mit Tools „übersetzt“, teils neu geschrieben. Das sorgt für vielseitige Möglichkeiten. Wir können so neue Anwendungen entwickeln. Wir haben etwa eine Blockchain mit einer Open-Source-Software realisiert. Übrigens: Für Nicht- oder Noch-Nicht-Mainframer: Das „z“ im Namen spiegelt die Bezeichnung der IBM-Hardwareversionen, zum Beispiel zOS, z14, zLinux.  Mit dem Namen zFuture statt Mainframe setzen wir auch ein klares Zeichen für den Weg nach vorne. 

Vor zwei Jahren wollte T-Systems den Basisbetrieb für Großrechner auslagern und nur noch Geschäftsanwendung entwickeln und betreiben. Wie ist die Lage heute? 

Dirk Kullmann: Vom geplanten IT-Outsourcing haben IBM und T-Systems aufgrund von Bedenken des Kartellamtes Abstand genommen. Danach schlossen wir einen neuen Partnerschafts-Vertrag mit IBM zu guten Konditionen. Dieser sieht etwa vor, dass wir Personal von IBM für den technischen Basisregelbetrieb bei IBM bekommen. Wir selbst konzentrieren uns auf ein dediziertes Portfolio. Unser Chief Technical Officer für Mainframe, Andre Schreiber, treibt den technischen Fortschritt voran. Der Mainframe Solution Sales ist für die Kunden da. Ganz konsequent verfolgen wir diese Linie seit Q4 letzten Jahres. 

Wie sehen die T-Systems Mainframe-Story und die Strategie heute aus?

Dirk Kullmann: Der Mainframe ist eine strategische Plattform. Das z-Future-Team von T-Systems arbeitet konzernübergreifend an der neuen Strategie.

Dieter Kölbl: Plattform-Know-how kombiniert mit Applikations-Expertise. Vereint schaffen wir Synergien: Wir sind Ende-zu-Ende für unsere Kunden da.  Wir kennen die Plattformen, kennen uns mit den Business-Prozessen aus und liefern den Betrieb mit Application Operations obendrauf.  Der Kunde kann alles bei T-Systems abladen.

Wie läuft das Geschäft? 

Dirk Kullmann: Wir haben momentan die dickste Deal-Pipeline seit 2012. Das gibt großen Auftrieb. Es ist viel Arbeit, aber mit guten Aussichten! 

Wie geht es weiter? Was sind die nächsten Schritte?

Dirk Kullmann: Das neue Mainframe-Portfolio zum Laufen bringen. Wichtig sind auch die Strategic Bets. Von den sechs Workstreams des Investitions-Programms von T-Systems sind zwei zum Mainframe. Thema ist unter anderem das Automatisieren von Schnittstellen, zFuture soll sich so anfühlen wie eine „normale“ Cloud. 

Lénárd Szucs: Unser Ziel ist es, Cloud und Mainframe-Angebote näher zusammenzubringen. Die sogenannte zFCI (Future Cloud Infrastructure) ist schon in Arbeit. Es ist unsere Lösung, die die Power von Mainframe mit Cloud-ähnlichen Bestellungs- und Provisionierungsmöglichkeiten zusammenführt.

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