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Stefanie Kreusel

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Digitale Schule beginnt mit pädagogischen Konzepten

Ein Beitrag von Stefanie Kreusel, Konzernbeauftragte Digitale Bildung und Schule der Deutschen Telekom.

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Wir haben in Deutschland massiven Nachholbedarf in Sachen Digitalisierung – wenn auch mit unterschiedlichen Ausprägungen. Das hat spätestens die Corona-Pandemie an den Tag gebracht. Viele Unternehmen stellten sich schnell auf die Veränderungen ein. Die Mitarbeiter:innen konnten nach kurzer Zeit von zuhause weiterarbeiten. Ausgestattet mit Laptop und mit Zugriff auf Software und Daten.

Unser Bildungssystem aber hat es mit voller Wucht erwischt. In den meisten Schulen fehlten die wesentlichen Voraussetzungen für den digitalen Unterricht im virtuellen Klassenraum. Nicht nur mit Blick auf eine Internet-Anbindung, Hardware wie Laptops oder Tablets, Software für digitale Zusammenarbeit und Kommunikation oder den Zugang zu Lernplattformen. Vor allem mangelte es an zeitgemäßen pädagogischen Konzepten für den digitalen Unterricht.

Fördergelder reichlich vorhanden

Dabei reden wir nicht erst seit dem Ausbruch der Pandemie über die Möglichkeiten und Chancen der Digitalisierung in den Schulen. Mit dem im Mai 2019 in Kraft getretenen DigitalPakt Schule schien der Durchbruch ja auch geschafft zu sein. Bund und Länder einigten sich auf ein gemeinsam finanziertes Förderpaket in Höhe von 5,5 Milliarden Euro. Ziel war es, die Digitalisierung der allgemeinbildenden Schulen in Schwung zu bringen. Dazu kam in diesem Jahr eine weitere Milliarde Euro. Diese stellte der Bund für mobile Endgeräte und die Administration der Computer-Systeme zur Verfügung. 

Doch Geld allein ist nicht der Schlüssel zum digitalen Erfolg. Es mangelt an pädagogischen Konzepten und Know-how im Umgang mit digitaler Technik im Unterricht. Und es fehlen digitale Lernplattformen. So hat die letzte Pisa-Studie festgestellt, dass nur jeder dritte Schüler in Deutschland Zugang zu einer Online-Lernplattform hat. Was lernen wir daraus? Dass hohe Budgets für Laptops und Software für eine Schule ohne Lehrer:innen mit einem Konzept für digitales Lernen so sinnvoll ist, wie ein Porsche für einen Jugendlichen ohne Führerschein.

Technik muss Pädagogik folgen

Den Lehrer:innen kann niemand vorwerfen, sie würden den Zug verpassen. Die meisten nutzen Computer und Internet natürlich längst zur Vorbereitung ihres Unterrichts. Ein virtueller Klassenraum erfordert andere Formen, um Lerninhalte vermitteln zu können. Gefragt sind daher Beratung und Kommunikation. Und die fängt bei der Erstellung eines Medienentwicklungsplans an. Schon hier werden Schulen meist allein gelassen. Obwohl ein solcher Plan die Voraussetzung ist, um Fördergelder beantragen zu können. Ganz zu schweigen von einem pädagogischen Konzept als Basis für eine sinnvolle Nutzung der angeschafften Hard- und Software. Technik muss der Pädagogik folgen. Und Lehrkräfte brauchen Fort- und Weiterbildung in pädagogikgerechter Nutzung von Geräten und Programmen. Auch bei der Entwicklung passender Lernkonzepte. Sonst wird die modernste Technik zum bloßen Staubfänger.

Digitale Lernformate kommen bei den Schüler:innen an. YouTuber:innen wie „Mathe bei Daniel Jung“ oder die Chemikerin Mai Thi Nguyen-Kim auf ihrem Kanal „maiLab“ zeigen, wie es geht. Es kommt nicht auf die Technik an, um pädagogische Konzepte umzusetzen. Entscheidend sind kreative Ideen in Kombination mit klassischen Lehrer:innen-Tugenden. Diese Kombination hilft, Kindern und Jugendlichen komplizierte Sachverhalte beizubringen. Besonders dann, wenn man nicht in einem Klassenraum versammelt ist.

Ökosystem für Digitale Bildung

Die Telekom nimmt ihre Rolle nicht nur als innovatives Unternehmen für IT und Kommunikation sehr ernst. Wir engagieren uns in einer ganzen Reihe von Initiativen. Wir wollen den Lehrer:innen den Einstieg und Umgang mit digitalen Lernkonzepten erleichtern. Über Telekom@School stellen wir bundesweit mehr als 32.000 Breitband-Anschlüsse für Schulen bereit. Gemeinsam mit den Ländern werden wir den Ausbau von Breitband-Infrastruktur für Schulen weiter forcieren. Wir helfen auch bei der Ausstattung mit Laptops, Bildschirmen oder digitalen Tafeln. Ebenso mit Cloud-Lösungen für die virtuelle Zusammenarbeit, in puncto Wissensmanagement oder mit Tools wie Videokonferenzsystemen.

Wir tragen unser Know-how rund um die Digitalisierung weiter – zum Beispiel mit Initiativen wie teachtoday oder das TV-Format „Scroller TV“. Für beides haben wir die Comenius-EduMedia-Auszeichnung erhalten. 

Mein Wunsch für diese herausfordernde Zeit: Lassen Sie uns den Augenblick nutzen und den digitalen Wandel der Schulen gemeinsam vorantreiben. Mit digitaler Bildung für jeden, die nicht das technisch machbare in den Mittelpunkt rückt, sondern auf pädagogischen Konzepten für eine digitale Schule aufbaut. 

PodcastSchulbank Digital - Was die Digitalisierung für das Schulwesen bedeutet

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Konzernbeauftragte Digitale Bildung und Schule der Deutschen Telekom.

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