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Lisa Machnig

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Keine Angst vor‘m digitalen Zwilling

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Digital Twins sind mehr als nur visuelle Nachbildungen von Maschinen, Gebäuden oder Anlagen. Sie haben das Zeug zu Kollegen mit enorm viel Potential und unterstützen damit auch nachhaltiges Handeln. Wofür die Wirtschaft sie braucht und warum sie absoluter Zukunftstrend sind, erklärt Bastian Herrlich, verantwortlich für die Entwicklung des Themas Digital Twin bei der T-Systems.

Lagerprozesse nachhaltig planen

Digitale Zwillinge in Handel und Logistik unterstützen Nachhaltigkeit.

In digitalen Zwillingen verschmelzen Realität und Virtualität miteinander. Wer oder was kann denn überhaupt einen digitalen Zwilling bekommen?

Es ist wie mit Röntgenbildern, die einige Menschen unheimlich finden oder darauf nichts erkennen. Im Kern zeigen sie uns nur aus einer anderen Perspektive. Digital Twins sind aus meiner Sicht mehr. Sie zeigen die Realität oder die geplante Realität nicht nur aus der einen oder anderen Perspektive. Sie erweitern sie um verschiedene nun sichtbare Ebenen. Aber auch um Informationen aus der Vergangenheit und Gegenwart mit Blick in die Zukunft. Dabei lassen sich nahezu alle Objekte, Gebäude, Prozesse oder gar Personen als Digitale Zwillinge abbilden. Insbesondere im medizinischen oder trainingswissenschaftlichen Bereich kann ich das „unheimliche“ etwas nachvollziehen. In fast allen anderen Einsatzbereichen, wie zum Beispiel der Logistik oder im Smart City Kontext, würde ich „unheimlich“ eher auf das Potenzial des Konzeptes Digital Twin beziehen.

Warum waren Digitale Zwillinge so interessant und warum werden sie in der Zukunft noch relevanter sein?

Nun, genaugenommen sind Digitale Zwillinge keine eigenständige Innovation, sondern implizieren Treibertechnologien wie IoT, 5G, KI und VR. Durch die intelligente Nutzung werden große Informationsmengen aus internen und externen Datenquellen in Beziehung gesetzt und allen Beteiligten intuitiv verfügbar gemacht. Mit zunehmender Reife der einzelnen Technologien nimmt auch die Reife der Digital Twin Konzepte zu. Über realistische 3D-Modelle und Visualisierungen lassen sich reale Abläufe und Prozesse besser verstehen, steuern und letztendlich optimieren, ohne in den Betrieb eingreifen zu müssen. Innerhalb verschiedener Branchen nimmt die Relevanz des Themas deutlich zu. In einer jüngst von der Deutschen Bahn veröffentlichten Studie lässt sich die Digitalvorständin Prof. Dr. Sabina Jeschke mit ihrer Vision zitieren, die das komplette Bahnuniversum in einer Art physisch korrektem, realistisch anmutenden Computerspiel abgebildet sieht. Wir haben damals im Gebäudekontext mit dem Thema begonnen. Dort können Digitale Zwillinge die Planung, das (Um-)Bauen, den Betrieb und letztendlich den Rückbau deutlich nutzerfreundlich, effizienter und nachhaltiger gestalten. Innerhalb großer Konzerne - insbesondere in der Automotive-Branche - etablieren sich zudem Schulungen in virtuellen Realitäten, bei denen man sich in einer Welt aus digitalen Zwillingen in Form von 3D-Modellen bewegt.     

Spannend finde ich, dass auch Logistikdienstleister und Händler sich derzeit die Potenziale von Digital Twin erschließen. Wie können digitale Zwillinge Logistik und Handel helfen?

Vorab, beide Industrien oder Branchen sind nicht sehr eng in einander verzahnt. Sie könnten zukünftig gleichermaßen nachhaltig von Digitalen Zwillingen profitieren. Einfache Anwendungsfälle sind bspw. die Freihaltung von Notausgängen oder die Erstellung virtueller Kopien von z.B. Logistik- und Lagerhallen. Digitale Zwillinge helfen hier vorab zu planen, ob z.B. neue Förderbänder oder sonstige Maschinen in einer bestehenden Halle aufgebaut werden können. Logistik und Handel erschließen sich zunehmend die Potenziale von Digitalen Zwillingen. Entlang der gesamten Wertschöpfungskette werden via Digital Twin erste Containerflotten gemanagt, Transporte überwacht oder Logistiksysteme gestaltet. Es gibt vielfältige Anwendungen, die Sinn machen. Im Zentrum einer innovativen Logistikstruktur könnten zukünftig digitale Zwillinge von Filialen und Logistikzentren stehen, die innerhalb eines Ökosystem interagieren. Der Filial-Zwilling bekäme bspw. die Aufgabe, die Regalinfrastruktur samt individueller Artikelplatzierungen, örtlich korrekt, digital abzubilden. Der digitale Zwilling wird damit zur Grundlage einer intelligenten Kommissionierung, die auf die individuelle Regalinfrastruktur und den Warenbestand einer Filiale abgestimmt ist. Ausgestattet mit mobilen Devices wären Mitarbeiter in der Lage, Laufwege zum Befüllen der Regale zu optimieren. So könnte die Warenversorgung der stationären Märkte bzgl. Verfügbarkeit und Effizienz optimiert werden.

Hört sich nach virtuellen Kollegen mit viel Potential an. Gehört den digitalen Zwillingen also die Zukunft?

Diese Zukunft hat bereits begonnen!  Die starke Verbindung zu Schlüsseltechnologien wie IoT, KI, 5G und VR qualifizieren das Konzept des Digitalen Zwillings zu einem wichtigen Innovationstreiber der nächsten 5 Jahre. Auf die Zukunftsfrage lässt sich daher selbstbewusst antworten: ja! Eine digitale Parallelwelt, geprägt durch digitale Zwillinge, die mit anderen digitalen Zwillingen in einem Ökosystem interagieren, wird zu einem wichtigen Baustein, um sich in dieser Welt zurechtzufinden. Und vielmehr noch: nämlich diese Welt für das eigene Business und ein nachhaltiges Leben zu nutzen. Wenn wir das Thema interessierten Kunden vorstellen, fangen, wir eigentlich immer genau mit dieser Frage an. Die aktuelle Zeit mit ihren sogenannten Megatrends wie Digitalisierung, Demografischer Wandel, Nachhaltigkeit. Aber auch temporäre Pandemien wie Covid-19, verdeutlichen grundlegend die Wichtigkeit Digitaler Zwillinge. Denn wenn wir zukünftig vermehrt virtuell zusammenarbeiten, interagieren wir auch mehr mit Maschinen und künstlichen Intelligenzen. Und suchen auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit nach neuen Lösungsansätzen.  Digitale Zwillinge bieten wertvolle Unterstützung an, um neue Prozesse nachhaltig zu gestalten.

Wenn Kunden sich zu Digital Twins weiter beraten lassen möchten, an wen können Sie sich wenden?

Gerne an mich! Einfach eine Mail an Bastian.herrlich@t-sytems.com.

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