Konzern

Adel Al-Saleh

0 Kommentare

Der Mittelstand: Das Rückgrat der deutschen Wirtschaft und die treibende Kraft für die wirtschaftliche Erholung

  • Teilen
    2 Klicks für mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie können Ihre Empfehlung senden. Schon beim Aktivieren werden Daten an Dritte übertragen.
  • Drucken
  • Text vorlesen

Ein Beitrag von Adel Al-Saleh, Vorstandsmitglied Deutsche Telekom AG und CEO T-Systems sowie Sanjay Brahmawar, Vorstandsvorsitzender der Software AG.

Adel Al-Saleh, Vorstandsmitglied Deutsche Telekom AG und CEO T-Systems.

Adel Al-Saleh, Vorstandsmitglied Deutsche Telekom AG und CEO T-Systems.

Anzeichen für Resilienz und Erholung

Die Wirtschaft befindet sich in einer Rezession: Für die globale Wirtschaftsleistung wird ein Rückgang um 8,5 Billionen Dollar über die nächsten zwei Jahre erwartet. Alle wichtigen Länder in der OECD verzeichneten im zweiten Quartal 2020 ein negatives BIP-Wachstum. In Deutschland hingegen zeichnet sich mit einem Minus von 9,7 Prozent ein weitaus geringerer Rückgang ab als in anderen europäischen Ländern.

In Deutschland müssen wir jetzt einen nachhaltigen und kräftigen Aufschwung anstreben, was mit  Resilienz gegenüber jenen Schwachstellen erreicht werden kann, die die Pandemie aufgedeckt hat. Die Wirtschaft hat einen Schlag erlitten, aber die Unternehmen müssen proaktiv bleiben. Sie müssen neue Wege für ihre Geschäftsmodelle finden, in ihren täglichen Aktivitäten effizienter sein und international mit neuen Handelspartnern expandieren.

Der Mittelstand wird das Wachstum antreiben

Der deutsche Mittelstand hat sich als bemerkenswert widerstandsfähig erwiesen. Wenn die Wirtschaft sich schnell erholen soll, wird es der Mittelstand sein, der diese Erholung treibt. Als Rückgrat der deutschen Wirtschaft sind die mittelständischen Unternehmen eher konservativ, nicht an der Börse notiert und werden geschätzt für ihre präzise Ingenieurskunst und hohe Qualität.

Mehr als die Hälfte der deutschen KMU (54 Prozent), die den Mittelstand ausmachen, halten neue Technologien für absolut notwendig, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Die Digitalisierung ist für 76 Prozent eine strategische Priorität. Ihre Situation ist ähnlich wie die der meisten Unternehmen weltweit.

Technologie ist die Grundlage für die Resilienz von Unternehmen. Investitionen in die digitale Transformation sind der Grund dafür, dass Unternehmen auch unter schwierigen Bedingungen leistungsfähig bleiben können. Nur so können Unternehmen schnell Entscheidungen treffen und die nötigen Veränderungen vornehmen. Es mag einfach aussehen, aber all das ist nur möglich, weil in der Wirtschaft kontinuierlich in Digitalisierung investiert wird.

Ein gutes Beispiel hierfür ist ADAMOS, ein Joint Venture zwischen Maschinenbauern und Software- und Serviceunternehmen. Unternehmen wie Dürr und DMG Mori haben in Technologie investiert, um ihre Roboter miteinander zu verbinden, Lösungen für die digitale Fertigung zu entwickeln, neue Geschäftsmodelle umzusetzen und einen Standard für die Fertigungsindustrie zu etablieren. Dadurch wurden sie zu digitalen Unternehmen, was ihre Resilienz stärkt und sie widerstandsfähiger macht gegenüber den Einschränkungen, die die Pandemie mit sich bringt. Die aktuelle Situation ist besonders schwer für Familienbetriebe, die die Sicherheit ihrer Belegschaft abwägen müssen gegen die Zwänge der Rückkehr zu einer normalen Produktion. Die Bäckerei Göbecke in Leipzig setzt zum Beispiel eine Lösung ein, in der intelligente Badges für einen sicheren Abstand zwischen den Mitarbeitern sorgen: Ein akustisches Signal ertönt, wenn sich Kollegen über eine gewisse Zeit in zu engem Abstand zueinander befinden. Dies ist ein Beispiel, wie Technologie helfen kann, dass Mitarbeiter in eine sichere Arbeitsumgebung zurückkehren können.

Sanjay Brahmawar, Vorstandsvorsitzender der Software AG.

Sanjay Brahmawar, Vorstandsvorsitzender der Software AG.

Der digitale Eiserne Vorhang

Das Wachstum des Mittelstands wird grenzüberscheitenden Handel erfordern. Deshalb müssen die Unternehmen neue Partner auf der ganzen Welt finden. Der Digitalisierungsgrad wird für den schnellen Aufbau und die einfache Integration dieser neuen Beziehungen entscheidend sein. Es sind jedoch noch andere Kräfte am Werk, die dies zu einer Herausforderung machen.

Ein "Digitaler Eiserner Vorhang" trennt die Welt. Durch konkurrierende geopolitische Ziele und Spannungen entstehen zwei Systeme, die zunehmend inkompatibel sind. Auf der einen Seite gibt es US-Sanktionen, die chinesische Unternehmen einschränken, die auf US-Mikrochips und Software angewiesen sind. Auf der anderen Seite steht China, das seine eigenen Systeme und Software entwickelt. Langsam aber sicher entsteht eine zweigeteilte Welt, die nicht in der Lage ist, zusammenzuarbeiten. Unternehmen müssen daher entweder einen Weg finden, mit diesen verschiedenen Systemen zu arbeiten, oder sich zwischen ihnen entscheiden.

Der Aufschwung ist gefährdet, wenn man mit einer Hälfte der Welt keinen Handel treiben kann. Digitale Unternehmen sind in der Tat am besten positioniert, um durch den "Digitalen Eisernen Vorhang" zu gelangen, weil sie flexibler sind, wenn es um neue Technologien geht. Aus diesem Grund sind sie auch widerstandsfähiger gegenüber den Auswirkungen der Pandemie und der Rezession.

Die Regierung spielt eine wichtige Rolle für den Neustart

Die deutsche Regierung hat während der Krise schnell und entschlossen gehandelt, und damit das Ausmaß an Turbulenzen vermieden, die anderswo zu beobachten waren. Weiche Lockdowns und Konjunkturpakete halfen, die Menschen und Unternehmen zu unterstützen. Die jüngste Entscheidung, die Kurzarbeitsregelung bis 2021 zu verlängern, zeugt von einem anhaltenden Engagement zur Abwendung weiterer wirtschaftlicher Härten.

Die Unterstützung ist da, aber die Regierungen müssen nachlegen und die Unternehmen - entweder durch Richtlinien oder finanzielle Anreize - zu den richtigen Investitionen führen. Die Unternehmen ihrerseits müssen sich auch bewusst zu mehr digitalen Lösungen verpflichten. Dadurch wird sichergestellt, dass die vorhandene Unterstützung zu den bestmöglichen Ergebnissen führt.

Wenn die Technologie die Grundlage für Veränderungen ist, können sich Unternehmen schnell weiterentwickeln. Sie können digitale Barrieren und eine schrumpfende Wirtschaft verhindern. Digitale Unternehmen sind in der Lage, Chancen zu erkennen und zu ergreifen, sobald sie sich bieten. Ein starker und nachhaltiger Aufschwung setzt voraus, dass mehr Unternehmen dies tun, vom deutschen Mittelstand bis zu allen Unternehmen weltweit. Das nächste Jahr wird eine weitere Bewährungsprobe für ihre Resilienz sein.

Adel Al-Saleh

Adel Al-Saleh

Vorstandsmitglied Deutsche Telekom AG, T-Systems

Adel Al-Saleh, Vorstandsmitglied Deutsche Telekom AG und CEO T-Systems.

Corona und die Wirtschaft: Digitalisierung jetzt beschleunigen

Ein Beitrag von Adel Al-Saleh, Vorstandsmitglied Deutsche Telekom AG und CEO T-Systems.

FAQ