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Markus Jodl

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Glasfaser für die Schule: So kommt der Unterricht nach Hause

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Corona hat Unterricht über das Netz unverzichtbar gemacht. Das Beispiel des Gymnasium Schrobenhausen zeigt, wie das Glasfaser den Unterricht nach Hause bringt.

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Wie kommt der Unterricht nach Hause?

Das Schrobenhausener Land, rund 75 Kilometer nordwestlich von München, ist eines von Deutschlands Spargelparadiesen. Rund 600 Bauern kümmern sich um das königliche Gemüse, das sich im sandigen Boden der Region besonders wohlfühlt. Sogar das Europäische Spargelmuseum ist hier zuhause. Bis zu zehn Zentimeter am Tag kann so ein Spargel in die Höhe schießen.

Mit diesem beeindruckenden Tempo hält in ganz Schrobenhausen nur noch die Internetanbindung des örtlichen Gymnasiums mit, die zuletzt auch gewaltig zugelegt hat. Statt mit VDSL ist die Schule neuerdings per Glasfaser ans weltweite Internet angeschlossen.

Mathelehrer Michael Schindler kann erklären, warum dieser Wachstumsschub gerade in Corona-Zeiten wie gerufen kam. Und er blickt voraus, wie Glasfaser den Schulunterricht der Zukunft ermöglicht.

Mehr Tempo fürs Schul-Internet

Studienrat Michael Schindler ist im Gymnasium Schrobenhausen nicht nur als Mathe- und Physiklehrer tätig – sondern auch als Systemadministrator. Er kümmert sich um die Rechner, die Server und die Netzanbindung der Schule.

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Michael Schindler, Studienrat im Gymnasium Schrobenhausen.

Sein Aufgabenfeld erklärt der engagierte junge Lehrer so: „Das ist eine Spannweite von Beratung, über Kontakt zu externen Firmen, bis hin zu einigen Punkten, um die ich mich als Administrator hier im Haus selber kümmern muss.“ Und er hat persönlich noch miterlebt, wie sich der Internetanschluss in seinem Gymnasium entwickelt und gesteigert hat: „Wir haben hier mit einem DSL-Anschluss und 8 Megabit angefangen. Irgendwann sind wir zu 16 Megabit gewechselt. Und der aktuelle Stand ist, dass wir mit VDSL angeschlossen sind, mit Bandbreiten von 100 Megabit im Download und 40 Megabit im Upload.“

Beziehungsweise: Das war der aktuelle Stand. Denn seit Kurzem ist die Schule per Glasfaser und FTTH ans weltweite Netz angebunden. Das Kürzel steht für „Fiber to the Home“ – also für einen Glasfaseranschluss, der bis in das Gebäude reicht. Weil damit kein klassisches Kupferkabel mehr das Tempo bremst, sind Geschwindigkeiten von bis zu einem Gigabit pro Sekunde möglich, also zehnmal mehr als bisher. So schnell schießen in Schrobenhausen nicht einmal die Spargelspitzen aus der Erde.

100 Megabit reichen nicht mehr

100 Megabit Download, 40 Megabit Upload – das klingt flott, reicht für ein Gymnasium mit rund 900 Schülern heute aber längst nicht mehr aus, wie Mathelehrer Schindler erläutert: „Es ist so, dass wir hier im Unterricht immer mehr auf mediale Inhalte umrüsten. Das heißt, es werden mehr Videos gezeigt, es wird mehr auf Plattformen gearbeitet, die höhere Bandbreiten benötigen. Und wenn wir 20 Klassenzimmer gleichzeitig mit den Schülern online haben, besteht einfach ein größerer Bedarf an Bandbreite.“

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Technikraum der Schule Schrobenhausen.

Auch das Upload-Tempo wird immer wichtiger, weil die Schule gerade im Zuge des Homeschoolings während Corona immer mehr Inhalte in ihre Cloud lädt, die die Schüler dann von zuhause aus abrufen können.

Der „Glasfaser-Unterricht“ der Zukunft

Mehr Unterricht per Internet, mehr interaktive Schule – nach den guten Erfahrungen während der Corona-Krise soll diese Idee auch in Zukunft weiter ausgebaut werden. Michael Schindler schildert seine Erfahrungen als Lehrer und Systemadministrator so: „Man sieht jetzt schon, dass viele Kollegen ganz neue Erfahrungen gemacht haben, mit den Schülern digital zu arbeiten. Bei denen merkt man, dass sie das auf jeden Fall auch künftig in den Unterricht mitnehmen wollen.“

Das Konzept für die Zukunft heißt „Flipped Classroom“ – also quasi das „gespiegelte Klassenzimmer“. Lehrer Schindler erklärt: „Das heißt, dass das Klassenzimmer, wie wir es heute kennen, zuhause stattfindet – wo die Schüler mit Videos und anderen Inhalten ihr Tempo sehr gut selbst bestimmen können.“ Die Vorbereitung eines Themas erledigen die Mädchen und Buben dabei zuhause. In der Schule bleibt dann umso mehr wertvolle Zeit, um Themen zu vertiefen, Fragen zu beantworten und Probleme zu lösen. Das alles ermöglicht erst der neue schnelle Glasfaseranschluss des Gymnasiums.

Das Video zum neuen Internetanschluss

Wie so ein einführendes Lernvideo aussehen kann, macht Michael Schindler selbst mustergültig vor. Er war zu Besuch in der Vermittlungsstelle der Deutschen Telekom in der Röntgenstraße 8 in Schrobenhausen. Und er zeigt in einem kleinen Film, wie die Daten aus der Schule auf die Computer, Smartphones und Tablets der Schüler zuhause gelangen.

Moderne Lehrer setzen also weiter auf Selbstgedrehte – aber nicht mehr Zigaretten, sondern Videos. Motto des Clips: „Wie kommt der Unterricht zu Euch nach Hause?“ Oder auch, so Lehrer Schindler: „Wir jagen einmal Euren Arbeitsauftrag quer durch die ganze Stadt.“ Die spannende Reise der Datenpakete durch die Glasfaserleitungen führt dabei vom kleinen Serverraum im Gymnasium über einen Verteilerkasten zunächst bis in die örtliche Vermittlungsstelle. Hier, das wird im Video genau erklärt, „übernimmt die Deutsche Telekom quasi als Postbote die Daten. Und danach machen sich die Pakete auf die große Reise“.

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In der Vermittlungsstelle der Deutschen Telekom.

Von der Vermittlungsstelle aus führt der Weg über große Internet-Knotenpunkte wie in Frankfurt am Main zurück nach Schrobenhausen auf die Geräte von Michael Schindlers Schülern. Der Weg, den die Daten nehmen, kann also viele hundert Kilometer und mehr betragen.

Und trotzdem, so das verblüffende Fazit des technikbegeisterten Lehrers, „trifft das erste Paket im Normalfall nach weniger als 30 Millisekunden, also nach drei Hundertstel Sekunden, bei Euch ein“. Denn im Glasfasernetz der Telekom fließen die Daten und Inhalte in Lichtgeschwindigkeit.

Und das ist eben doch dramatisch schneller als die Schrobenhausener Spargelgeschwindigkeit.

Der Besuch in der Schule auf Video

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Hubertus Kischkewitz

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Rottweil: Hier macht schnelles Internet Schule

Wir brauchen nicht nur Industrie 4.0 sondern auch Ausbildung 4.0. Im Landkreis Rottweil bekommen die Schulen jetzt Glasfaseranbindung und zeigen, was geht.

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